• Menu
  • Menu
Segelboote ankern im ruhigen blauen Wasser in der Nähe eines felsigen Wellenbrechers unter einem klaren Himmel von Martha's Vineyard mit ein paar vereinzelten Wolken.

Martha’s Vineyard – Ein Inseltraum vor Massachusetts

Habt ihr schon einmal davon geträumt, an einem Ort zu sein, an dem die Zeit ein wenig langsamer zu laufen scheint, während gleichzeitig Weltgeschichte und Popkultur an jeder Ecke spürbar sind? Willkommen auf Martha’s Vineyard! Die Insel, die liebevoll oft nur „The Vineyard“ genannt wird, liegt südlich von Cape Cod im Atlantik und ist weit mehr als nur ein schicker Rückzugsort für US-Präsidenten und Hollywood-Stars.

Auf einer Fläche von etwa 226 Quadratkilometern erwartet euch eine faszinierende Mischung aus rauer Küstennatur, historischer Architektur und dem unverwechselbaren Charme Neuenglands. Ob ihr nun wegen der legendären Drehorte des „Weißen Hais“ kommt, die dramatischen Lehmklippen bewundern wollt oder einfach die Seele in einem der malerischen Häfen baumeln lassen möchtet – diese Insel wird euch verzaubern.

Martha’s Vineyard ist ein Ort der Kontraste: Hier treffen exklusive Boutiquen auf urige Fischlokale und weite, wilde Strände auf perfekt gepflegte Vorgärten. In diesem Guide erfahrt ihr alles, was ihr für eure Planung wissen müsst, damit euer Trip auf die Insel zu einem unvergesslichen Erlebnis wird. Packt eure Sonnenbrille ein und macht euch bereit für eine Brise Meeresluft, denn eure Reise beginnt genau hier.

Die Anreise: So gelangt ihr auf Martha’s Vineyard

Da Martha’s Vineyard eine Insel ohne Brücke ist, müsst ihr euch zwischen Wasser und Luft entscheiden. Die meisten von euch werden eine der zahlreichen Fährverbindungen wählen. Hier sind die wichtigsten Routen im Detail:

  • Woods Hole (Falmouth) nach Vineyard Haven oder Oak Bluffs: Dies ist die Hauptroute der Steamship Authority. Es ist die einzige Fähre, die das ganze Jahr über verkehrt und Fahrzeuge transportiert.
    • Tipp: Wenn ihr mit dem Auto rüber wollt, müsst ihr Monate im Voraus buchen. Als Fußgänger könnt ihr einfach am Terminal ein Ticket kaufen.
  • Hyannis nach Oak Bluffs: Die Hy-Line Cruises bietet schnelle Katamarane (High-Speed) an. Die Überfahrt dauert etwa eine Stunde.
    • Tipp: Perfekt für Tagesausflügler, die direkt im lebhaften Oak Bluffs landen wollen.
  • New Bedford nach Vineyard Haven/Oak Bluffs: Die Seastreak-Fähre ist ideal, wenn ihr den Verkehr von Cape Cod umgehen wollt.
    • Tipp: Diese Fähre ist besonders komfortabel und bietet oft WLAN und bequeme Sessel.
  • Quonset Point (Rhode Island) nach Oak Bluffs: Die Vineyard Fast Ferry ist eine tolle Option, wenn ihr aus Richtung New York oder Connecticut kommt.
    • Tipp: Spart euch den langen Drive durch Massachusetts und nutzt den großen Parkplatz in Rhode Island.
  • Flugzeug: Der Martha’s Vineyard Airport (MVY) wird von Cape Air (ganzjährig ab Boston) sowie JetBlue, Delta und American Airlines (saisonal ab NYC, Washington D.C.) angeflogen*.

Blick vom Deck einer Fähre über ruhiges blaues Wasser auf eine entfernte Küste unter strahlend blauem Himmel; auf der Fähre sind Sicherheitsgeländer und Rettungsringe zu sehen.

Mobilität vor Ort: Unterwegs auf Martha’s Vineyard

Einmal angekommen, stellt sich die Frage: Wie bewegt ihr euch am besten fort? Die gute Nachricht ist, dass ihr auf Martha’s Vineyard nicht zwingend ein eigenes Auto benötigt. Tatsächlich kann der Verkehr in der Hochsaison recht zäh sein und Parkplätze sind in den historischen Zentren Mangelware.

Eine hervorragende und günstige Option ist der „Vineyard Transit Authority“ (VTA) Bus. Das Bussystem ist vorbildlich ausgebaut und verbindet alle wichtigen Orte und Strände in regelmäßigen Abständen. Ihr könnt euch Tages- oder Mehrtagespässe kaufen, was eure Reisekasse schont.

Für die sportlichen unter euch ist die Insel ein absolutes Paradies für Fahrräder. Es gibt meilenlange, gut ausgebaute Radwege, die fernab der Hauptstraßen durch Wälder und entlang der Küste führen. In den Häfen von Oak Bluffs oder Vineyard Haven findet ihr zahlreiche Verleihstationen. Ein Fahrrad (↗ jetzt Fahrrad mieten*) gibt euch die Freiheit, versteckte Buchten zu entdecken, an denen ihr mit dem Auto gar nicht halten könntet.

Wer es etwas gemütlicher mag, kann sich auch einen Moped oder einen Jeep mieten, um das echte Inselflair zu genießen. Zu Fuß lassen sich vor allem die Ortskerne wunderbar erkunden, da die Entfernungen zwischen Geschäften, Restaurants und Sehenswürdigkeiten dort angenehm kurz sind.

Eine Bronzestatue eines Mannes in entspannter, zurückgelehnter Haltung, mit den Händen hinter dem Kopf und gekreuzten Beinen, scheint teilweise in einem Backsteinhof in der Nähe von weißen Treppen und einem Gebäudeeingang versenkt zu sein.

Die Orte von Martha’s Vineyard im Porträt

Oak Bluffs: Bunte Häuser und lebhaftes Treiben

Oak Bluffs ist oft der erste Berührungspunkt für viele von euch. Der Ort ist bekannt für seine lebendige, fast schon karnevalsähnliche Atmosphäre. Das Herzstück sind die Gingerbread Cottages im Methodist Camp Ground. Über 300 dieser winzigen, bonbonfarbenen Holzhäuser mit ihren kunstvollen Verzierungen stehen hier dicht an dicht. Es fühlt sich an, als würdet ihr durch eine Filmkulisse spazieren. Ursprünglich entstanden diese aus Zeltlagern im 19. Jahrhundert, bevor sie durch die festen Hütten ersetzt wurden. Ein absolutes Muss ist eine Fahrt auf dem Flying Horses Carousel, dem ältesten funktionierenden Karussell der USA. Hier könnt ihr noch versuchen, den „messingnen Ring“ zu fangen, um eine Freifahrt zu gewinnen.

Ein rundes, schindelgedecktes Gebäude mit weißer Verkleidung und einem steilen, verzierten Dach steht auf einem grasbewachsenen Rasen, umgeben von blattlosen Bäumen unter einem klaren blauen Himmel. Ein schwarzer Geländewagen und ein roter Lastwagen sind davor geparkt.

Neben der Architektur bietet Oak Bluffs eine fantastische Gastronomie-Meile entlang der Circuit Avenue. Hier findet ihr Souvenirshops, Eisdielen und lebhafte Bars. Der Hafen ist ein Mekka für Bootsliebhaber und bietet einen tollen Blick auf die einlaufenden Fähren. Der Ocean Park mit seinem prächtigen Pavillon und den weiten Rasenflächen lädt zu einem Picknick ein, während im Hintergrund die prachtvollen viktorianischen Villen thronen. Oak Bluffs ist der Ort, an dem die Insel am lautesten und fröhlichsten ist – perfekt für Familien und alle, die gerne mitten im Geschehen sind.

Ein zweistöckiges Haus im viktorianischen Stil mit blauen und rosafarbenen Verzierungen, spitzen Giebeln, einer Veranda und dekorativen Holzarbeiten unter einem klaren blauen Himmel mit sichtbaren Stromleitungen über dem Haus.

Edgartown: Eleganz und Walfang-Geschichte

Wenn Oak Bluffs die bunte Party ist, dann ist Edgartown der elegante Ballsaal. Als einer der wohlhabendsten Orte der Insel besticht Edgartown durch seine perfekt erhaltene Architektur aus der Zeit des Walfangs. Überall seht ihr strahlend weiße Kapitänshäuser mit schwarzen Fensterläden und akkurat gestutzten Hecken. Ein Spaziergang durch die Water Street führt euch an einigen der prächtigsten Villen Neuenglands vorbei. Das Wahrzeichen ist der Edgartown Harbor Light, ein malerischer Leuchtturm, den ihr über einen kurzen Fußweg erreicht. Von dort habt ihr einen wunderbaren Blick auf die Segelboote und die kleine Fähre „On Time“, die unermüdlich zwischen Edgartown und der Nachbarinsel Chappaquiddick hin- und herpendelt.

Doppelte Glastüren mit grünen Rahmen spiegeln die umliegenden Gebäude wider. Darüber steht ein Schild mit der Aufschrift EDGARTOWN, MA Gegründet 1642 als Great Harbor. Der Eingang befindet sich unter einem Dach mit hellgrauer Verkleidung auf beiden Seiten.

In Edgartown findet ihr die exklusivsten Boutiquen der Insel und gehobene Restaurants, die erstklassige Meeresfrüchte servieren. Es ist ein Ort zum Sehen und Gesehenwerden, aber ohne dabei seine historische Würde zu verlieren. Besucht unbedingt die Old Whaling Church, ein beeindruckendes Beispiel für griechisch-römische Architektur, die heute als Veranstaltungsort dient. Trotz des luxuriösen Ambientes ist Edgartown sehr einladend. Die gepflasterten Gehwege und die Nähe zum Wasser versprühen einen Charme, dem man sich kaum entziehen kann. Wer das klassische, maritime Neuengland-Gefühl sucht, wird sich hier sofort verlieben.

Eine weiße Kirche mit einem Glockenturm und grünen Kreuzen steht unter einem blauen Himmel mit vereinzelten Wolken. Im Vordergrund erstrecken sich blattlose Baumzweige und mehrere Stromleitungen.

Vineyard Haven (Tisbury): Das kulturelle Tor

Vineyard Haven ist der Hauptankunftsort der ganzjährigen Fähren und somit das pulsierende Herz der Insel, auch außerhalb der Sommersaison. Da der Ort offiziell ein „Year-round Town“ ist, findet ihr hier mehr lokales Leben und weniger reinen Tourismus-Fokus als in Oak Bluffs. Die Main Street ist gesäumt von wunderbaren Buchläden, Kunstgalerien und handwerklichen Betrieben. Besonders bekannt ist Vineyard Haven für seine maritime Handwerkskunst; hier werden noch heute beeindruckende Holzschiffe in der Gannon & Benjamin Marine Railway gebaut. Es ist faszinierend, den Schiffsbauern bei ihrer Arbeit zuzusehen und den Geruch von frisch gesägtem Holz und Teer in der Luft zu riechen.

Ein heller, sonniger Tag auf einem mit Ziegeln gepflasterten Gehweg, der von weißen Holzhäusern gesäumt ist. Auf einem Schild steht "Union Street Mall" und auf einem anderen Schild "13 Union Street". An den Türen hängen blaue Sonnensegel und Laternen.

Kulturell hat Tisbury viel zu bieten, darunter das Martha’s Vineyard Film Center und das Martha’s Vineyard Museum, das in einem ehemaligen Marinekrankenhaus untergebracht ist und die gesamte Geschichte der Insel – von der Geologie bis zur Popkultur – anschaulich erklärt. Ein kleiner Fakt am Rande: Vineyard Haven war lange Zeit ein „trockener“ Ort, in dem kein Alkohol verkauft werden durfte. Heute ist das entspannter, aber die Tradition hat dazu geführt, dass sich hier eine besonders feine Café- und Restaurantkultur entwickelt hat, bei der das Essen im Mittelpunkt steht. Der Blick vom West Chop Lighthouse am nördlichen Ende des Ortes bietet euch zudem eine der besten Aussichten auf den Vineyard Sound.

Eine kleine Stadtstraße mit geparkten Autos am Straßenrand, weißen Holzhäusern mit spitzen Dächern, blauem Himmel und ein paar verstreuten Wolken. Entlang des Gehwegs sind mehrere Geschäfte und Galerieschilder zu sehen.

West Tisbury & Chilmark: Ländliche Idylle auf Martha’s Vineyard

Sobald ihr das „Up-Island“ genannte Gebiet im Westen erreicht, ändert sich die Landschaft dramatisch. In West Tisbury dominieren weite Felder, alte Steinmauern und dichte Wälder. Es ist das landwirtschaftliche Zentrum der Insel. Ein absolutes Highlight für euch ist der West Tisbury Farmers Market, wo ihr lokale Produkte und Kunsthandwerk kaufen könnt. Hier spürt man den entspannten, künstlerischen Vibe der Inselbewohner am stärksten. In der Nähe liegt der „Polly Hill Arboretum“, ein wunderschöner botanischer Garten, der zeigt, welche Pflanzenvielfalt auf diesem sandigen Boden möglich ist. Es ist der perfekte Ort für einen ruhigen Nachmittag abseits der Touristenströme.

Drei große, verrostete Schiffsanker liegen auf einem gepflasterten Steg in der Nähe eines Hafenbeckens. In der Nähe ist ein Boot vertäut, im Hintergrund sind Autos geparkt, und über uns ist ein blauer Himmel mit vereinzelten Wolken.

Weiter westlich liegt Chilmark, das für seine sanften Hügel und die raue Küstenlinie bekannt ist. Chilmark ist ein Rückzugsort für viele Berühmtheiten, die hier die absolute Privatsphäre suchen. Das Dorfzentrum ist winzig, aber der zugehörige Fischerhafen Menemsha ist legendär. Hier scheint die Zeit stehen geblieben zu sein. Fischer bringen ihren Fang direkt an die Kaimauern, und die kleinen Fischbuden verkaufen den wohl frischesten Hummer der Welt. Menemsha ist zudem der Ort auf der Insel, um den Sonnenuntergang zu beobachten. Hunderte Menschen versammeln sich hier abends am Strand, um zu klatschen, wenn die Sonne im Meer versinkt. Es ist ein uriges, authentisches Stück Martha’s Vineyard, das ihr keinesfalls verpassen dürft.

Ein kleines weißes Ruderboot mit leuchtend blauen Sitzen ist an einem hölzernen Steg in ruhigem, blauem Wasser festgemacht. Im Hintergrund sind rote Pfosten und Spiegelungen zu sehen.

Aquinnah: Die majestätischen Klippen

An der westlichsten Spitze der Insel liegt Aquinnah, ein Ort von atemberaubender natürlicher Schönheit. Hier findet ihr die berühmten Gay Head Cliffs. Diese massiven Lehmklippen leuchten in Schattierungen von Rot, Gelb und Orange und bieten einen dramatischen Kontrast zum tiefblauen Atlantik. Aquinnah ist das spirituelle und kulturelle Zentrum des Wampanoag-Stammes. Die Ureinwohner leben hier seit Tausenden von Jahren und verwalten einen Teil des Landes. Ihr könnt viel über ihre Geschichte und ihre enge Verbindung zum Meer erfahren, wenn ihr die kleinen Verkaufsstände am oberen Ende der Klippen besucht. Der Gay Head Lighthouse thront stolz über den Klippen und kann besichtigt werden – der Ausblick von oben ist schlichtweg phänomenal.

Eine Nahaufnahme einer spiralförmigen Muschel an einem Sandstrand mit verstreuten Muscheln und Trümmern. Die Küstenlinie erstreckt sich in die Ferne und wird von ruhigem, blauem Wasser und einem Himmel mit vereinzelten weißen Wolken begrenzt.

Der Strand unterhalb der Klippen ist einer der naturbelassensten der Insel. Während der obere Teil der Klippen geschützt ist (man darf sie nicht betreten, um die Erosion nicht zu beschleunigen), könnt ihr am Ufer entlangwandern und die gewaltige Kraft des Ozeans spüren. Aquinnah fühlt sich wilder und abgelegener an als der Rest der Insel. Es gibt hier keine großen Einkaufsstraßen oder hektischen Häfen. Stattdessen findet ihr Ruhe, Weite und eine tiefe Verbindung zur Erdgeschichte. Für viele Besucher ist dies der magischste Ort der Insel. Die Anfahrt über die kurvige Moshup Trail Straße bietet euch zudem immer wieder spektakuläre Ausblicke auf die Küste.

Ein Sandweg schlängelt sich durch trockenes Strandgras und Dünen und führt zu einer Reihe von Häusern unter einem strahlend blauen Himmel mit vereinzelten Wolken.

Die Strände von Martha’s Vineyard

Die Strände der Insel sind so vielfältig wie ihre Orte. An der Nord- und Ostseite (Vineyard Sound) ist das Wasser meist ruhig und wärmer – ideal für Familien. Joseph Sylvia State Beach zwischen Oak Bluffs und Edgartown ist hier der Favorit, mit flachem Wasser und der berühmten Jaws-Brücke.

An der Südseite (South Beach) erwartet euch der offene Atlantik mit kräftigen Wellen und einer rauen Brandung. Der Katama Beach ist hier der bekannteste Spot für alle, die gerne in den Wellen spielen. Beachtet, dass einige Strände privat sind oder nur für Bewohner der jeweiligen Gemeinde zugänglich (Residents Only). Informiert euch vorab, für welche Strände ihr Tagespässe benötigt.

Nahaufnahme einer Muschel, die auf einem Sandstrand ruht, mit blauem Himmel, vereinzelten Wolken und ruhigem Wasser im Hintergrund.

Wandern auf Martha’s Vineyard

Man verbindet die Insel oft nur mit Strand, aber das Hinterland ist ein Wanderparadies. Das Cedar Tree Neck Sanctuary in West Tisbury bietet euch Wanderwege durch moosbewachsene Wälder, die direkt an einem steinigen Strand enden.

Wer es weitläufiger mag, besucht das Manuel F. Correllus State Forest im Zentrum der Insel, das von kilometerlangen, flachen Wegen durchzogen ist.

Ein Geheimtipp ist der Menemsha Hills Reservation-Weg, der euch auf den „Prospect Hill“ führt, einen der höchsten Punkte der Insel, von dem aus ihr bei klarer Sicht bis nach Elizabeth Islands sehen könnt.

Menschen gehen auf einem Weg über ein großes, offenes Grasfeld unter einem blauen Himmel mit vereinzelten Wolken. In der Ferne sind Gebäude und ein weißer Pavillon zu sehen.

Die Leuchttürme auf Martha’s Vineyard

Fünf majestätische Leuchttürme wachen über die Küste der Insel. Neben dem bereits erwähnten Gay Head Light und Edgartown Harbor Light solltet ihr auch das East Chop Light in Oak Bluffs besuchen, das auf einer Klippe über dem Sound thront.

Das West Chop Light in Vineyard Haven ist zwar nicht für die Öffentlichkeit zugänglich, aber ein tolles Fotomotiv von der Straße aus.

Der abgelegenste ist das Cape Poge Lighthouse auf Chappaquiddick, das ihr nur mit einer Allrad-Tour oder einer langen Wanderung durch die Dünen erreicht. Jeder Turm hat seine eigene Geschichte von Schiffbrüchen und mutigen Wärtern.

Ein weißer Leuchtturm mit schwarzem Geländer steht an einem Sandstrand unter einem strahlend blauen Himmel mit ein paar vereinzelten Wolken. Im Hintergrund sind grasbewachsene Dünen und Wasser zu sehen.

Kulinarische Entdeckungen

Essen auf der Insel bedeutet vor allem: Frische! Probiert unbedingt eine Lobster Roll (Hummerbrötchen) – es gibt den ewigen Streit, ob sie warm mit Butter (Connecticut Style) oder kalt mit Mayo (Maine Style) besser schmeckt.

In Menemsha solltet ihr euch bei Larsen’s Fish Market frische Austern holen und sie direkt auf den Holzkisten am Hafen schlürfen.

Für den süßen Zahn ist Back Door Donuts in Oak Bluffs legendär: Nachts öffnet sich dort eine Hintertür für frisch gebackene, warme Donuts.

In den gehobenen Restaurants in Edgartown wie dem Alchemy oder The Atlantic könnt ihr zudem exzellente moderne amerikanische Küche genießen.

Ein großer, naturgetreuer Marlinfisch liegt auf einem Holzboden neben einer orangefarbenen Rettungsweste und einem hölzernen Lineal, beleuchtet von einem warmen Oberlicht.

Übernachten auf Martha’s Vineyard

Die Auswahl an Unterkünften auf Martha’s Vineyard* ist vielfältig und reicht von historischen Gasthäusern bis zu modernen Resorts.

  • The Harbor View Hotel* (Edgartown): Ein ikonisches Luxushotel direkt am Leuchtturm mit einer riesigen Veranda und erstklassigem Service.
  • The Christopher* (Edgartown): Ein stylisches Boutique-Hotel im „Chic Coastal“-Design, perfekt für Paare.
  • Summercamp* (Oak Bluffs): Ein hippes, buntes Hotel direkt am Hafen, das die Unbeschwertheit von Sommerlagern aus der Kindheit zelebriert.
  • The Outermost Inn (Aquinnah): Wer absolute Ruhe sucht, findet hier ein exklusives Gasthaus mit spektakulärem Blick über die Klippen.
  • Winnetu Oceanside Resort* (Katama): Ideal für Familien, direkt am South Beach gelegen und mit vielen Aktivitäten für Kinder.

Eine Reihe weißer, mehrstöckiger Strandhäuser mit Schornsteinen und großen Balkonen steht hinter hohem, trockenem Gras unter einem klaren blauen Himmel.

Der Weiße Hai: Auf den Spuren von Jaws

Wusstet ihr, dass Martha’s Vineyard Filmgeschichte geschrieben hat? Im Jahr 1974 verwandelte Steven Spielberg die friedliche Insel in das fiktive „Amity Island“ für seinen Blockbuster „Der Weiße Hai“ (Jaws). Für Fans des Films ist ein Besuch auf der Insel eine Art Pilgerreise. Viele der damaligen Drehorte sehen heute noch fast genauso aus wie im Film.

Ein ruhiger Jachthafen mit leeren Docks und roten Pfosten, klares blaues Wasser und Häuser mit Veranden im Hintergrund unter einem strahlend blauen Himmel.

Die berühmte „Jaws Bridge“ (offiziell die American Legion Memorial Bridge), die Edgartown und Oak Bluffs verbindet, ist ein absoluter Magnet. Es ist eine inoffizielle Tradition, einmal von dieser Brücke ins Wasser zu springen – auch wenn Schilder davor warnen. In Edgartown könnt ihr das Polizeirevier von Chief Brody suchen oder durch die Straßen schlendern, in denen die Panik vor dem Monster aus der Tiefe inszeniert wurde. Selbst viele Inselbewohner spielten damals als Statisten mit und haben bis heute spannende Anekdoten parat.

Eine Reihe von hölzernen Docks erstreckt sich über ruhiges blaues Wasser, mit Häusern und Gebäuden an der Küste im Hintergrund unter einem klaren blauen Himmel.

In den Souvenirshops findet ihr natürlich jede Menge Jaws-Merchandise, von T-Shirts bis hin zu Haifischzähnen. Es ist faszinierend zu sehen, wie ein Film, der eigentlich von der Angst am Strand handelt, den Tourismus der Insel so nachhaltig und positiv geprägt hat. Keine Sorge übrigens: Das Wasser ist sicher, auch wenn der Soundtrack von John Williams beim Schwimmen im Hinterkopf bleiben mag.

Ein ruhiges, blaues Gewässer erstreckt sich bis zum Horizont unter einem klaren, strahlend blauen Himmel mit ein paar vereinzelten weißen Wolken. Niedrige, dunkle Landmassen säumen das ferne Ufer.

Geschichten und Fakten: Walfang und Präsidenten

Martha’s Vineyard blickt auf eine reiche und bewegte Geschichte zurück. Lange bevor die ersten Europäer kamen, wurde die Insel vom Stamm der Wampanoag bewohnt, deren Nachfahren noch heute in Aquinnah leben und die Kultur der Insel mitgestalten.

Ein Sandstrand mit vereinzelten Felsen und trockenen Sträuchern führt zu einer ruhigen blauen Bucht auf Martha's Vineyard. Ein hölzerner Steg erstreckt sich über das Wasser, und in der Ferne steht ein weißer Leuchtturm unter einem hellen Himmel mit vereinzelten Wolken.

Im 18. und 19. Jahrhundert war die Insel ein bedeutendes Zentrum der Walfangindustrie. Der Reichtum dieser Ära lässt sich noch heute an den prächtigen Villen der Walfangkapitäne in Edgartown ablesen. Ein weiterer interessanter Fakt ist die einzigartige Gebärdensprache der Insel. Über Jahrhunderte gab es hier eine genetisch bedingte hohe Rate an Gehörlosigkeit, was dazu führte, dass fast alle Inselbewohner – ob hörend oder nicht – eine eigene Gebärdensprache beherrschten.

Eine Straßenuhr mit der Aufschrift Time to Read (Zeit zum Lesen) steht neben einem gelben Gebäude und zeigt 2:58 Uhr an. Darunter weist ein blaues Schild auf Toiletten hin, darunter eine barrierefreie Option. Der Himmel ist klar und blau.

In der jüngeren Geschichte wurde die Insel als „Sommerweißes Haus“ bekannt. Von den Kennedys über die Clintons bis hin zu den Obamas – die US-Präsidenten schätzen die Diskretion und die natürliche Schönheit des Eilands. Diese Mischung aus indigener Geschichte, maritimem Erbe und politischer Prominenz verleiht Martha’s Vineyard eine kulturelle Tiefe, die weit über ein normales Urlaubsziel hinausgeht. Wenn ihr mit offenen Augen über die Insel wandert, werdet ihr an fast jeder Ecke Gedenktafeln oder historische Gebäude finden, die euch von vergangenen Zeiten erzählen.

Ein zweistöckiges blaues Haus mit weißen Zierleisten und dunklen Fensterläden steht an einer mit Ziegeln gesäumten Straße unter einem teilweise bewölkten Himmel. Entlang der Straße sind Autos geparkt und im Hintergrund stehen blattlose Bäume.

FAQ: Alles, was ihr wissen müsst

Title
Etwa 20.000 Menschen leben das ganze Jahr über hier. Im Sommer schwillt die Zahl auf über 200.000 an. Die Bewohner sind eine Mischung aus Fischern, Künstlern, Wampanoag-Indianern und Pendlern, ergänzt durch wohlhabende Sommergäste und Promis wie die Obamas.
Title
Der Name stammt vom britischen Entdecker Bartholomew Gosnold (1602). Er nannte die Insel nach seiner Tochter Martha (oder seiner Schwiegermutter) und „Vineyard“ (Weinberg) wegen der massenhaften wilden Weinreben, die er dort fand.
Title
Ja, sie gilt als eine der teuersten Urlaubsregionen der USA. Besonders Edgartown und Chilmark haben extrem hohe Immobilienpreise. Dennoch gibt es eine starke Arbeiterklasse und eine sehr bodenständige lokale Gemeinschaft.
Title
Früher gab es einen spezifischen Dialekt und sogar eine eigene Gebärdensprache. Heute hört ihr meist den typischen Küsten-Massachusetts-Akzent („Boston Accent“), wobei die Einheimischen oft sehr direkt und herzlich sind.
Title
Die Insel hat es geschafft, Kettenrestaurants und Neonreklamen zu verbieten. Es gibt kein McDonald’s oder Starbucks. Das bewahrt den authentischen Charme und fördert lokale Geschäfte.
Title
Juli und August sind heiß und voll. Die „Schulterzeit“ im September und Juni ist ideal: warmes Wasser, alles ist offen, aber die Massen sind weg. Der Herbst bietet zudem eine wunderschöne Laubfärbung.
Title
Für einen ersten Eindruck reicht ein Tag (Tagesausflug ab Cape Cod). Um die Insel wirklich zu fühlen und alle Orte zu besuchen, solltet ihr mindestens 3 bis 5 Tage einplanen.
Title
Als Fußgänger zahlt ihr bei der Steamship Authority ca. 20 $für die Hin- und Rückfahrt. Ein Auto kostet in der Hochsaison ab 200$ aufwärts (hin und zurück) und muss reserviert werden.
Title
Das ist Geschmackssache! Cape Cod ist weitläufiger und einfacher zu erreichen. Martha’s Vineyard ist exklusiver, hat mehr historischen Charme auf engem Raum und bietet dieses besondere „Inselgefühl“, sobald man die Fähre verlässt.
Title
Ja, im Atlantik um die Insel gibt es Weiße Haie, genau wie überall an der Ostküste. Dank moderner Überwachung sind die Strände jedoch sehr sicher. Die Jaws-Hysterie ist heute eher ein kulturelles Erbe als eine reale Gefahr beim Schwimmen.

Ein hölzerner Steg erstreckt sich über ruhiges, blaues Wasser unter einem klaren Himmel auf Martha's Vineyard, mit Land und Gebäuden im Hintergrund. Alte Pfosten und Felsen am Ufer sind im Vordergrund zu sehen.

Martha’s Vineyard auf geführten Touren noch besser erkunden

Ihr möchtet noch tiefer in die Geschichte und Geschichten von Martha’s Vineyard eintauchen? Dann lohnt es sich, eine geführte Tour zu buchen. Hier sind meine besten Empfehlungen:

Segelboote ankern im ruhigen blauen Wasser in der Nähe eines felsigen Wellenbrechers unter einem klaren Himmel von Martha's Vineyard mit ein paar vereinzelten Wolken.

Fazit: Euer unvergessliches Inselerlebnis

Eine Reise nach Martha’s Vineyard ist mehr als nur ein kurzer Ausflug; es ist das Eintauchen in eine ganz besondere Lebensart. Ihr werdet feststellen, dass die Insel es schafft, gleichzeitig exklusiv und bodenständig zu sein. Ob ihr nun die kulinarischen Highlights wie frischen Hummer und Clam Chowder genießt, die geschichtsträchtigen Orte erkundet oder einfach nur an einem der weiten Strände den Sonnenuntergang beobachtet – die Eindrücke werden euch noch lange begleiten.

Die Mischung aus der filmreifen Kulisse von „Jaws“, der architektonischen Schönheit der Gingerbread Cottages und der wilden Natur in Aquinnah macht den Reiz aus, dem sich kaum jemand entziehen kann. Ihr solltet euch darauf einstellen, dass Martha’s Vineyard kein günstiges Pflaster ist, doch die Qualität der Erlebnisse und die einzigartige Atmosphäre rechtfertigen den Preis.

Mein Tipp für euch: Versucht, auch die Nebensaison im späten Frühling oder frühen Herbst in Betracht zu ziehen. Dann ist es deutlich ruhiger, die Farben der Natur sind noch intensiver und ihr habt die Strände fast für euch allein. Martha’s Vineyard wartet auf euch – lasst euch von ihrem Charme einfangen und genießt jede Sekunde auf diesem wunderbaren Stück Erde vor der Küste Neuenglands. Gute Reise!

Ein Sandstrand schlängelt sich entlang des ruhigen blauen Wassers auf Martha's Vineyard, und ein hölzerner Pier ragt in die Bucht hinein. In der Ferne steht ein weißer Leuchtturm unter einem hellen Himmel mit vereinzelten Wolken. Spärliche Vegetation säumt die Küstenlinie.

Transparenz und Vertrauen: In diesen Beitrag befinden sich Empfehlungs-Links, welche mit *gekennzeichnet sind. Diese bedeutet für dich keine Mehrkosten, aber: Wenn du über einen dieser Links etwas kaufst, erhalte ich eine kleine Provision. Diese hilf mir, diese Seite zu betreiben und unterstützt den Blog und meine Arbeit. Vielen lieben Dank!

 

Teile diesen Beitrag